Fr | 16.11.2018 | 20:00 Uhr

Extrabreit

Sie verspotteten die Polizei, zündeten die Schule an und besangen düster den Tod des Präsidenten. Sie ließen auf Partys den Flieger abheben, wollten Annemarie ficken, beschworen die Wonnen der Kleptomanie und die Abgründe des Kokains. Ende der Siebziger entdeckten fünf Jungs aus Hagen die Schönheit der Drei-Minuten-Gitarrenhymne mit rotzig-subversiven Texten und eroberten bald darauf damit die Charts: Extrabreit, die Erfinder des deutschen Pop-Punks. Schon in den Achtzigern waren sie eine ebenso umstrittene wie legendäre deutsche Band und im Jahr 1982 mit zwei Goldenen Schallplatten auch die erfolgreichste.
1978 in Hagen von dem Schaufensterdekorateur Stefan Klein (Gitarre, heute St. Kleinkrieg) gegründet, machten Extrabreit mit dem Cartoonzeichner Kay Schlasse (aka Kai Havaii) als Sänger und Texter zunächst mit Live-Konzerten regional auf sich aufmerksam und erhielten 1980 die Chance, ihre Songs auf dem selbstironischerweise „Ihre Grössten Erfolge” genannten Debütabum zu veröffentlichen. Erst das zweite Album „Welch ein Land! Was für Männer!” mit der Chart-Single „Polizisten” brachte Ende 1981 den Durchbruch. Als im Frühjahr 1982 nachträglich aus dem Debütalbum die Single „Hurra, hurra, die Schule brennt” ausgekoppelt wurde, verbuchten Extrabreit ihren größten Single-Hit der 1980er.
Im Herbst 1982 beschloss das Album „Rückkehr der phantastischen 5!” die Trilogie der Frühwerke mit Nummern wie „Kleptomanie”, „Superhelden” und „Duo Infernal” (mit Marianne Rosenberg). Damit hatten Extrabreit innerhalb von zwei Jahren drei klassische Deutschrock-Alben hinterlassen, die bis heute als stilbildend gelten müssen.1990 ging´s mit einem Remix von „Flieger, grüß mir die Sonne” wieder in die Top Twenty der Charts. Es folgten ausverkaufte Tourneen und einige Alben, die auch die historischen Duette mit Hildegard Knef („Für mich soll‘s rote Rosen regnen”) und Harald Juhnke („Nichts ist für immer”) enthielten. Mit dem melancholischen Album „Amen” schien das Buch Extrabreit dann 1998 zu enden. Aber seit 2002 ist die Band wieder aktiv, spielte seitdem viel live – ob auf großen Bühnen oder in Clubs. Extrabreit: Nie waren sie so wertvoll wie heute.
Website von Extrabreit
Extrabreit live 1982: Polizisten
Extrabreit/Hildegard Knef 1993: Für mich soll´s rote Rosen regnen
Einlass:19:00 | SüdfoyerTickets:

oder bei AggerTicket im Forum Gummersbach
02261 3003-888
Ort:Halle
Veranstalter:KultGM
Vorverkauf:26,30 Euro
Abendkasse:25,00 Euro
Ermäßigung:keine
unbestuhlt