Di | 15.06.2021 | 19:30 Uhr

Olympia 1936 und die Juden

„Wenn die Olympiade vorbei ist, schlagen wir die Juden zu Brei!“
Vortrag: Die Juden und die Olympischen Spiele in Berlin 1936


Hitler selbst war zunächst nicht sonderlich interessiert, die Olympiade nach Berlin zu holen. Erst als er den propagandistischen Wert erkannt hatte, war er ganz vernarrt in die Idee, sein nationalsozialistisches Deutschland als friedfertiges und tolerantes Land der Welt präsentieren zu können. Hitler gab die Zusicherung, ausländischen Mannschaften nicht in die Aufstellung hineinzureden. Er übernahm nun die Garantie, die Spiele zu dem auszubauen, was sie noch heute im Gedächtnis sind: die größte bis dahin bekannte Sportshow der Welt.

Über das Verhältnis der Juden in Deutschland und dem Ausland zu den Olympischen Spielen in Berlin im Jahre 1936 ist bislang wenig bekannt. Und doch spielten sie eine sportpolitisch herausragende Rolle, weil die Nazis deutsch-jüdische Sportlerinnen und Sportler aus rassischen Gründen als Olympioniken von der Teilnahme ausschließen wollten. Wie die Nazis ihre Rassepolitik durchsetzten und die USA vor den deutschen Machthabern einknickten, beschreibt der Vortrag.

Privatdozent Dr. L. Joseph Heid ist Historiker, Literaturwissenschaftler und Publizist. Promotion 1982 (Universität Duisburg), Habilitation 1993 (Universität Potsdam), Venia legendi für Neuere Geschichte. Zahlreiche Publikation zur deutsch-jüdischen Beziehungs- und Literaturgeschichte, Sozialgeschichte (Arbeiterbewegung) und zum Ostjudentum;  schreibt für u. a.: Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Welt, Der Freitag, Jüdische Allgemeine, Tachles (Zürich).