10.08.2017

Den kulturellen Auftrag erfüllen

Ab Herbst 2018 wird die Halle 32 Teile des bisherigen Theaterprogramms präsentieren und vor allem dem Kindertheater eine Spielstätte bieten.

Mit dem Ende der Spielzeit 2017/18 fällt im Theater Gummersbach der letzte Vorhang: So hat es der Rat der Stadt beschlossen. Gleichzeitig ist die Entscheidung gefallen, die besonders erfolgreichen Formate künftig in der Halle 32 anzubieten. „Vor allem das Kindertheater ist ein Schatz, den man nicht einfach so verscherbeln darf”, betont der Leiter der Halle 32, Martin Kuchejda, in einem Pressegespräch. Und auch Publikumsmagneten wie Kabarett und Komödien sollen sich im Programm des Veranstaltungszentrums wiederfinden. Einen vollwertigen Ersatz für das Stadttheater kann die Halle 32 aber nicht darstellen. „Wir haben auch nie behauptet, das so etwas möglich wäre”, sagt Martin Kuchejda. Es fehlen Voraussetzungen wie ein Orchestergraben, ausreichend Künstlergarderoben, eine große Bühne und eine Obermaschinerie. „Veranstaltungen wie die große Oper oder umfangreiche Ballettaufführungen können bei uns nicht stattfinden”, stellt er klar.


Um Teile des bisherigen Theaterprogramms in der Halle realisieren zu können, sind umfangreiche Ergänzungen nötig, „aber kein Umbau”, wie Kuchejda anmerkt. 160.000 Euro stehen zur Verfügung, um die Halle an die neuen Erfordernisse anzupassen. Vor allem die Anschaffung einer Podesterie geht ins Geld, hilft aber, den Nachteil schlechter Sichtverhältnisse auszugleichen. Mit Hilfe von rund 100 Podesten werden künftig 260 Personen auf ansteigenden Rängen Platz finden, die Kapazität für Theaterveranstaltungen insgesamt wird knapp 400 Gäste umfassen. Außerdem ist geplant, die Bühne zu vergrößern, sie mit zusätzlichen Vorhängen auszustatten, spezielle Mikrofone sowie taugliche LED-Scheinwerfer anzuschaffen. Spots aus dem Theater können nicht übernommen werden, da diese für größere Distanzen ausgelegt sind. Darüber hinaus müssen die Stühle und Reihen nummeriert werden: freie Platzwahl kommt bei solchen Veranstaltungen nicht infrage.


Zu diesen einmaligen Investitionen addieren sich die laufenden Kosten für die personalintensiven Umbauarbeiten. Denn bei einem temporären Theaterbetrieb kann die Woche in der Halle 32 so aussehen: montags Aufbau der Podesterie, dienstags Kindertheater, mittwochs Angebot für Erwachsene, donnerstags Abbau der Podesterie. Der Mittwoch bietet sich also an für Veranstaltungen wie etwa die beliebten Komödien. Das Kindertheater am Dienstag soll zwei Aufführungen nacheinander umfassen, um angesichts der beschränkten Platzzahl möglichst vielen Gästen die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein. Ab freitags läuft dann der reguläre Hallenbetrieb weiter, unter Umständen sogar ab Donnerstagabend – falls der VfL Gummersbach zu Hause spielt und seinen Business-Club in der Halle 32 aufschlägt. Die ansteigenden Stuhlreihen werden also nicht dauerhaft stehen bleiben.


Der Aufwand ist somit erheblich und dürfte sich auch auf den städtischen Zuschuss zu den Betriebskosten niederschlagen, der zurzeit bei jährlich 500.000 Euro liegt. Auf keinen Fall wird das Budget unbegrenzt nach oben offen sein. Die Notwendigkeit zu den Ausgaben sieht er im kulturpolitischen Auftrag für die Stadt: „Wenn wir das nicht machen, findet es nicht statt”, lautet die knappe Formel. Ihm liegt zudem am Herzen, gerade regionalen Gruppen eine große Bühne für deren Aktivitäten bieten zu können. Kuchejda: „Wir müssen das nicht machen, aber wir übernehmen gern Teile des Theaterangebots.”