24.04.2013

Wieder zu Hause

Nach rund anderthalb Jahren steht die historische Lokomobile der Firma Steinmüller wieder in der Halle 32 – in altem Glanz.

Am endgültigen Standort im südlichen Bereich der Halle 32 angekommen: die 1872 gekaufte Lokomobile der früheren Papierfabrik Steinmüller.

Rund anderthalb Jahre hatte sie gut gesichert in einer Fahrzeughalle in Derschlag gestanden – um während des Umbaus der Halle 32 keinen Schaden zu nehmen und nicht im Weg zu stehen. Seit heute Mittag befindet sich die historische Lokomobile der Papierfabrik Steinmüller wieder auf vertrautem Terrain. Spezialisten der Firma Ley-Krane fuhren den rund sieben Tonnen schweren Koloss auf einem Tieflader vor den Halleneingang, hoben ihn mit einem Kran herunter und bugsierten ihn anschließend an seinen endgültigen Standort. Der liegt im südlichen Teil des Hallenraums, gleich angrenzend an das Südfoyer. Dort dient das Gefährt als Blickfang für alle Gäste, die die Halle vom Haupteingang aus betreten und bildet so ein präsentes Stück Geschichte der Firma Steinmüller.


Im Grunde handelt es sich um das wichtigste Gerät für die Gründung des Kesselbau-Unternehmens: Da die von der Papierfabrik Steinmüller aus England importierte, 15.000 Reichsmark teure Lokomobile ständig defekt war, versuchte Lebrecht Steinmüller im Selbststudium zu retten, was nicht zu retten war. Immerhin erwarb er bei den Reparaturversuchen umfassendes Wissen über Dampfkesselbau und konnte auf dieser Basis den ersten Steinmüller-Dampfkessel konstruieren – die Geburtsstunde des späteren Weltunternehmens.


Als Wahrzeichen stand sie daher auch jahrzehntelang auf dem Steinmüller-Werksgelände unter freiem Himmel, auf dem Platz vor der Halle 32. Im Jahr 2009 folgte dann die vollständige Restaurierung des Fahrzeugs in Thüringen beim Experten Prof. Bernhard Mai. Pünktlich zur 900-Jahr-Feier der Stadt Gummersbach bildete sie den Mittelpunkt der Ausstellung „das werk + die stadt“ in Halle 32. Die Geschichte rund um die Lokomobile zeigt, dass aus einem Scheitern auch Chancen entstehen können. Bis zur Eröffnung der Halle 32 wird das Fahrzeug gut in Malervlies eingepackt bleiben, um bei den noch anstehenden restlichen Bauarbeiten geschützt zu sein. Zur Eröffnung der Halle am 3. Juli wird sie dann in altem Glanz erstrahlen und würdig präsentiert.